Ordnung

25. Januar 2011

Es ist in Ordnung.
Es ist nicht gut, aber in Ordnung.
Es ist so, dass es unüberrascht hingenommen und akzeptiert wird.
Es ist so, wie wenn wenn ein Schüler der eine 1 erwartet eine 1 bekommt.
Er bekommt sie und alles ist in Ordnung.
Ich finde Ordnung nicht in Ordnung.
Ich finde es auch nicht in Ordnung, wenn seine Eltern diese Ordnung in Ordnung finden und sich denken, dass alles in Ordnung ist.
Ich finde Ordnung Scheiße.
Manchmal muss Sie sein um klar zu kommen.
Wie Scheiße.
Wie uninteressant, wie scheiße.
Scheiße ist nicht gut.
Scheiße ist in Ordnung.
Es ist wie das geordnete scheißen, mit dem gleich zu Tagesanfang ein Raum voller Gestank hinterlassen wird.

Friede, Freude, Eierkuchen

3. Oktober 2010

1.
Friede, Freude, Eierkuchen
Los, Komm, Wir gehen die Eier suchen
Ab in den Supermarkt, Wo sonst?
Ich weiß auch nicht woher sie kommn.

Mir wurd gesagt sie sind gesund
So hübsch oval und nicht ganz rund
Jetzt noch fix die andern Sachen
Und dann schnell ab in den Mund

2.
So, da sind wir schon
Doch woher kommn die Eier nun?
Ich sehe nach und sehe gleich
Es sieht aus wie ne Schlachterei

Dunkel, Stinkend, Widerlich
Ein Leben ohne Tageslicht
Kein Platz zum Leben, zum legen gezüchtet
Ich dacht solch Leben sein nur Gerüchte

3.
Die Wahrheit sieht leicht anders aus
Sobald sie nicht legen geht ihr Licht Aus
und Vorbei mit Friede und Freude
Wer nicht hinsieht lügt nur und leugnet.

Den Kuchen back ich,
Die Eier lass ich weg
Trotz keiner Eier
Wird mein Teig nun perfekt!

Offene Scheren

3. Oktober 2010

Du musst nur „ja“ sagen.
Nachladen.
Denk einfach an Satan,
Er wird es dir nicht nachtragen.

Ich bin sicher,
Er wird dich liebevoll aufnehmen
Du musst nur loslassen,
Schnell das Leben aufgeben.

Wenn der Schmerz zu groß wird
Weiß ich nichts
Ich Verlier mein Gleichgewicht.
Scheiße, Mist,

Selbstmord, Attentat,
Hochgelobter Vater Staat
Deinem Tot
Trauert niemand nach.

Keiner wird es dir nachsagen.
Danke, wir brauchen keine Revolution.
Danke dafür,
Du bringst dich ja schon selber um.

Suizidreformen.
Die sich öffnende Schere schneidet deine Kehle durch
Deutschland wird bluten.
Der Boden färbt sich rotfeucht.

Arm und Reich
Auf Ewigkeit getrennt.
Frag nicht nach Hilfe
Wenn dein Volk flennt.

Alles ist sinnlos.
Ich sag es jetzt noch ein einziges Mal:
„Leg das das Seil um,
lass dich einfach fallen, man!“

Sozialstaatsabbau
Bei einem Dieb nennt man es klaun,
Wegnehmen, Stehlen, Töten quälen,
Das Leben versaun.

Auf Ewigkeit verbannt in die Unterschicht.
Lieber Vater Staat.
Wir sagen:
„So wird das nichts!“

Kein Licht in Sicht,
Keine Hilfe in der Not.
Du weißt, so wird es weiter gehen,
Doch dann bist du Tot.

Ja, kenn ich!

16. Juli 2009

Er sagte zu mir: Kennst du das Gefühl, wenn jemand dich etwas fragt und du aus Witz, Höflichkeit, oder Verlegenheit sagst „Ja, kenn ich!“, ohne dass du es kennst?

Ich antwortete verlegen „Ja, kenn ich!“ und fühlte mich im gleichen wie im folgenden Moment wie ein Lügner, dem es zu schwer fällt, sein Geheimnis zu wahren, bis ich merkte, dass die Lüge keine Lüge war, da mir jenes Gefühl im selbigen Moment vertraut wurde.

Die letzte Chance zu tanzen

22. März 2009

Der Aufdruck auf der Rückseite der Shirts des Druckerei-Teams „Wir machen Kultur“ beschreibt den letzten Freitag Abend mit würdevollen Worten. Am 20.03.2009 sind Azera, Headshot.Failed.Desperation und meine Band Delusions of Lunacy zusammenkommen um das, was die Bünder Jungs von How Sad A Fate in den letzten 3 Jahren erreicht haben mit einem Feuerwerk von Metal bis Hardcore zu feiern und ihnen einen legendären Abgang zu schenken. Ohne euphemistisch wirken zu wollen kann ich mit voller Überzeugung behaupten, dass es uns gelungen ist dieses Ziel zu bewältigen! Rund 250 Leute besuchten die Druckerei in Bad Oeynhausen, der Sound war professionell und die Planung ungewohnt hervorragend. Mit Delusions of Lunacy haben wir als Opener begonnen und schon beim ersten Ton des Intros sind die Haare, Füße und Arme wie wild geflogen. Schnell war klar, was uns heute erwarten würde. Zwar wurde es bei den Kollegen von Azera zuerst etwas ruhiger im Publikum, dies änderte sich jedoch nach dem immer wieder mitreißendem Bühnenstürmen bei dem Teamshoutmassaker „Silence“, bei dem ca. 15 Beteiligte es sich zur Aufgabe gemacht hatten, die nichts böses erwartenden Headbanger in der ersten Reihe zu begraben. Schon bei der dritten Band Headshot.Failed.Desperation war der Saal bis zum letzten Meter gefüllt und das durchkommen wurde schwer möglich. Als nach langem warten die Band, für die die breite Masse angereist war, die Bühne betrat wurde kein Zuschauer enttäuscht. Mit einem tanzbaren Anfang wurde das Publikum empfangen. Nebelmaschinen und Blitzlicht dominierten das Bühnenbild und die Bewegung des Publikums konnte nicht gestoppt werden. Danksagungen, Geschenke, komödiantische Einlagen, brutale Deathmetalparts und moshbare Breakdowns begeisterten die Zuhörer und machten diesen Abend zu einem Fest der besonderen Art und besonders würdevollem Ende für How Sad A Fate. Es war eine Ehre für alle Beteiligten diese Party mitgestalten zu dürfen und Teil der Show zu sein. Dankeschön!

70 Jahre her und trotzdem aktuell – Techno und Wirtschaftskrise im Ballhof Hannover

1. März 2009
© hannover.de

© hannover.de/schauspielhannover

Utz, utz, utz erhalt es immer wieder. Lautstärke und spannungsgeladene Atmosphäre steigen stark an, die Lichter blenden in bunten Farben. Es wird getanzt, getrunken, gezankt und gestritten. Für Horvath spielt die Musik eine entscheidende Rolle. Er setzt die klassischen Werke von Strauss gezielt ein um Spannung auf- und abzubauen, die Hektik zu verdeutlichen und die Stille hervorzuheben. Unpassend ist die moderne Inszenierung im Ballhof 1 in Hannover jedoch in keiner Weise. Das moderne Volksstück des geborenen Ungarn soll das Kleinbürgertum und seine aktuellen Probleme darstellen. Alltägliche Probleme stehen im Vordergrund und somit zeitgenössische Kultur und Musik. Vor 70 Jahren war es Strauss, heute ist es der stumpfe Grundbeat des Technos. Auch die Thematik der Wirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre des 19ten Jahrhunderts kommt einem unangenehm aktuell vor und die Kleidung und das Bühnenbild wirken zeitlos. Elisabeth ist in Geldnot, sie will ihre Leiche verkaufen, schafft dies nicht, leiht sich Geld aus falsch vorgegebenen Gründen, wird erwischt, verurteilt und findet doch noch Hilfe und Hoffnung in der Liebe. Die Probleme sind klar und die Protagonistin scheint in diesem gesellschaftlichen Kreislauf gefangen. Immer weiter gerät sie in diesen Teufelskreis aus Halbwahrheiten und erscheint eher unbeholfen bemitleidenswert, als lügnerisch und diebisch. Mila Dargies setzt dies wunderbar um und die Verzweiflung ist ihrer naiven Jugend anzusehen. Der Schutzpolizist und Geliebte von Elisabeth „Alfons“, gespielt von Wolfgang Michalek, scheint Elisabeth aus dieser Miesere zu helfen, jedoch scheitert die Beziehung, die auch Elisabeth finanzielle Sicherheit gewährleistete an dem undurchschaubaren Lügengerüst in das die tragische Heldin geraten ist. Der Schupo weiß nichts von ihrer zuvor auferlegten Haftstrafe, sieht seinen Beruf als Polizisten gefährdet und lässt Elisabeth fallen. Erstaunlich und gleichzeitig erschreckend setzt Michalek den Wutausbruch um, auf dem Elisabeth mit dem Selbsttod reagiert. Zwar wird sie anscheinend erst gerettet, stirbt daraufhin jedoch von „Glaube, Liebe, Hoffnung“ verlassen nach den gescheiterten Wiederbelebungsmaßnahmen. Das Stück ist nicht zuletzt durch die aktuelle Thematik äußerst Sehenswert. Keine pseudomoderne Sprache zieht Horvaths Werk ins lächerliche und bis auf das etwas langgezogene Ende setzt Meret Matter es hervorragend um. Es lohnt sich den Ballhof zu besuchen. Das Ende der unruhigen Weimarer Zeit wird deutlicher und nicht nur platter Geschichtsstoff und die Parallelen zum 21ten Jahrhundert lassen es zu, das Stück so zeitgenössisch umzusetzen.

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Adresse: Ballhof eins, Ballhofplatz 5, 30159 Hannover

Rechtsradikale Invasion auf linke Musikstile – „Hardcore“ patentiert von Neonazi

27. Februar 2009

Stellen wir uns vor das Wort „Rock“ würde von einem bekennenden Neonazi patentiert werden: Das Recht dieses Genrenamen zu benutzen läge nun bei dieser Person oder Firma. Es dürften z.B. keine T-Shirts oder Pullover, ohne Zustimmung des Patentträgers, mit dem Aufdruck „Rock“ zu kommerziellen Zwecken hergestellt werden. Jeder der in naher Zukunft noch Rockmusik hören würde, müsste sofort damit rechnen, mit rechtsradikalem Gedankengut in Verbindung gebracht und als Nazi abgestempelt zu werden. Jeder weiß, dass traditionelle Rockmusik a La Scorpions oder Stones rein gar nichts mit faschistischer und rassistischer Ideologie zu tun hat, weiß aber auch, dass es ebenso Bands gibt, die so genannten „Rechtsrock“ machen. Jedoch würde kein Mensch mit normalem Menschenverständnis auf die Idee kommen das Wort Rock patentieren zu lassen, was zudem in Deutschland auch nie möglich wäre, da allgemeine Begriffe, also Musikstile, wie Jazz, Rock, Metal, Blues oder Hardc…. ääh.. nicht rechtlich geschützten werden können. Die halbe Welt würde aufspringen und versuchen diesem Wahnsinn ein Ende zu setzen, dagegen klagen und letztendlich Recht bekommen.

Und jetzt zur Realität: Im Januar 2009 hat es der Schlagzeuger der rechten Band „Agitator“ „Timo Schubert“, welcher zudem ein rechtsextremes Versandhaus betreibt, geschafft den Begriff „Hardcore“ über das deutsche Markenregister eintragen zu lassen (Quelle: TAZ, von Johannes Radke 24.02.2009). Hardcore ist ein Musikstil, welcher in den 70er Jahren aus dem Punkrock entstand. Zahlreiche Bands dieser eher linken, teils sehr linken Szene wenden sich über ihre Texte gegen den Nationalsozialismus des dritten Reichs oder gegen Rassismus und Ungerechtigkeiten, wie Tierversuchen oder Missständen in der Gesellschaft. Als Schlagzeuger einer Band, deren Musik maßgeblich von dem Genre „Hardcore“ beeinflusst wurde, empfinde ich große Trauer über die massive Verunstaltung dieses Begriffes. Wir dürfen nicht zulassen, dass bald ein Musikstil, der vielen Menschen die halbe Welt bedeutet, mit einem Nazi-Klischee belastet wird und es darf nicht sein, dass die rechtsradikale Szene bestimmen kann, auf welchen T-Shirts „Hardcore“ stehen darf und auf welchen nicht. Es muss möglichst bald geklagt werden, da die Widerspruchsfrist für Markeneintragungen nach der Eintragung nur drei Monate lang ist. Diese Unverschämtheit muss bekämpft werden! Es wird ein Nachweis benötigt, der bestätigt, dass der Begriff „Hardcore“ schon benutzt wurde, bevor Schubert seinen Shop eröffnete, in dem Kleidung der Marke „Erik & Sons“, Sturmhauben, Tränengas und ähnliches verkauft wird. Hardcorelabel, Plattenfirmen und Versandhäuser müssen jetzt eingreifen! Tut es für die Menschen, die Szene, die Bands und meinetwegen, damit weiterhin mit Merchandising, auf dem „Hardcore“ abgedruckt ist Geld verdient werden kann, aber tut es!

Woher kommt Politikverdrossenheit?

26. Februar 2009

Ein Statement zum politischen Aschermittwoch

Politischer Aschermittwoch. Was ein Fest, endlich mal wieder parteipolitisches Gezanke im Superwahljahr 2009. Aber nein, Herr Seehofer schlägt sanfte Töne an, wendet sich ein bis zwei Mal gegen die SPD, stellt sich selbst als sozial und kleinbürgerlich dahin und wirbt für parteiübergreifende Zusammenarbeit zu Zeiten der Wirtschaftskrise. Und zu guter Letzt  ein weiteres Bombenversprechen: „Lasst uns einen Vertrauenspakt zwischen der Bevölkerung und der Politik schließen“ so Seehofer bei der traditionsreichsten Aschermittwochskundgebung der Bundesrepublik.

Nachdenken kann schwer fallen
Nachdenken kann schwer fallen

© Die Welt

Einen Vertrauenspakt zwischen Bevölkerung und Politik? Demo-kratie heißt ja bekanntlich Volks-herrschaft oder auch Herrschaft des Volkes. Das Volk herrscht, wählt seine Repräsentanten um dem geringsten Übel gegenüber zu stehen. Somit erhalten die Politiker von Uns, dem Volk ihre Arbeitsplätze. Die Repräsentanten regieren daraufhin das Land im Sinne der Wähler. Jetzt kommt jedoch der Hammer, die Politik soll  auch noch dem Volk vertrauen und andersrum. Somit gibt der geehrte CSU-Chef völlig nüchtern zu, dass es zuvor kein Vertrauen gegeben hat, die CSU nicht Vertrauenswürdig ist und war, dies jedoch jetzt werden will. Wie wird so schön gesagt Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Da ihr in Bayern ja „nicht immer hochdeutsch, aber eine deutliche Sprache“ sprecht sag ich jetzt deutlich und klar verständlich, wer für Vertrauensbrüche zwischen Politik und Bevölkerung verantwortlich ist: Einzig und allein die Politik! Also lieber Herr Seehofer, fang bitte nicht an mit uns einen Pakt des Vertrauens zu schließen, sondern beginne selbst dieses Vertrauen aufzubauen.

Aber naja,…Was solls? Wir haben ja noch die Merkel.Wir müssen die soziale Marktwirtschaft wieder in Gang bringen liebe Freunde, wir müssen das schaffen weil die Märkte es selbst ruiniert haben. Das ist die Aufgabe des Staates.“ Nur gut, dass versucht wird, diese Probleme nach der kommenden Bundestagswahl gemeinsam mit der FDP anzugehen.

Wunschpartner unter sich
Wunschpartner unter sich

© Die Sueddeutsche

Am besten geben wir den Märkten mehr Freiheit, regulieren möglichst wenig, lassen dem Kapitalismus freie Hand. Somit verhindern wir hoffentlich, dass die Märkte es wieder selbst ruinieren. Prima Idee!


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